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„Widerstand braucht den Mut zum Handeln“ (Joachim Gauck)

Theaterstück „Stauffenberg“ bewegt Jugendliche am Gymnasium Ottersberg

Mit wiederholtem Applaus endete am 5. Juni 2026 die Aufführung des Theaterstücks „Stauffenberg“ der Leipziger Theaterschule in der Aula des Gymnasiums Ottersberg. Rund 120 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen verfolgten die eindrucksvolle Inszenierung über den Widerstand gegen das NS-Regime und das Attentat vom 20. Juli 1944. Damit wurde die Reihe historisch-politischer Theateraufführungen an der Schule fortgesetzt, die vor zwei Jahren mit einem Stück über die Fischerhuder Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek begonnen hatte.
Mit großer Intensität brachten Schauspielerin und Schauspieler die historischen Ereignisse auf die Bühne. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die politischen Hintergründe, sondern auch die persönlichen Konflikte und schwierigen Entscheidungen eines Menschen, der sich dem nationalsozialistischen Unrechtsstaat entgegenstellte.
Besonders eindrucksvoll war die Gegenüberstellung der Lebenswege Adolf Hitlers und Claus Schenk Graf von Stauffenbergs. Während Hitler als Weltkriegsteilnehmer und politischer Agitator seinen Weg in die Diktatur ging, entwickelte sich Stauffenberg durch sein gesellschaftliches Umfeld, seine militärische Laufbahn und die Erfahrungen des Krieges zunehmend zum Gegner des Regimes. Die Inszenierung verdeutlichte die Gegensätzlichkeit beider Persönlichkeiten, deren Schicksale am 20. Juli 1944 auf dramatische Weise aufeinandertrafen. Zugleich machte das Stück deutlich, welche Bedeutung Mut, Verantwortung und Zivilcourage haben – damals wie heute.
Auch die aus heutiger Sicht vielfach widersprüchliche Persönlichkeit des „preußischen“ Offiziers und Verantwortungsträgers im Angriffs- und Vernichtungskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands wurde nicht ausgeblendet. Vielmehr zeigte die Inszenierung die Ambivalenz eines Mannes, der Teil des Systems war und sich schließlich dennoch gegen dessen verbrecherischen Repräsentanten stellte. Stauffenbergs Entschluss, in letzter Konsequenz den Tyrannenmord zu wagen und dafür – wie viele andere Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer – mit dem Leben zu bezahlen, verdeutlichte eindrucksvoll, vor welchen Entscheidungen Menschen stehen können, wenn sie einem verbrecherischen Staat gegenüberstehen.
Wertvoll für die Jugendlichen war das anschließende Gespräch mit dem Ensemble. Die Darstellerinnen und Darsteller beantworteten Fragen zur historischen Vorlage, zur Entstehung des Stücks und zur Arbeit auf der Bühne. So entstand ein offener Austausch, der zeigte, wie sehr die Aufführung die Schülerinnen und Schüler bewegt hatte.
„Ich wusste zwar, wer Stauffenberg war, aber erst durch das Theaterstück habe ich verstanden, vor welchen schwierigen Entscheidungen die Menschen damals standen. Das hat mich wirklich beeindruckt“, sagte eine Schülerin der 10. Klasse nach der Aufführung.
Zum Abschluss bedankten sich Hannes und Lilli im Namen der Schulgemeinschaft bei dem Ensemble der Leipziger Theaterschule. Mit sommerlichen Blumensträußen würdigten sie die bewegende Darbietung und den engagierten Austausch mit den Jugendlichen. Ein besonderer Dank gilt zudem dem Elternverein „Starke Schulen“, dessen großzügige finanzielle Unterstützung die Durchführung der Veranstaltung ermöglicht hat.

Hanno Otte

 

 

 

 

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